Untersuchung und Behandlung

Sensitivität und Spezifität

Ein paar kurze Worte zu Sensitivität und Spezifität und ihre Bedeutung für die Interpretation von Studienergebnissen.

Definition Sensitivität: Der Anteil vom Test richtig erkannter Merkmalsträger (z.B. Personen mit subakromialen Impingement u.ä.) (vgl. 1, S. 158).

Definition Spezifität: Der Anteil richtig erkannter Nicht-Merkmalsträger (vgl. 1, S.158)

Berechnung am Beispiel einer Primärstudie aus einem Systematischen Revie zu diagnostischen Schultertesten, dass als Beitrag in dem Blog der Infothek besprochen wurde zum Beitrag .

Das Berechnungsbeispiel bezieht sich auf die Studie von Park, H.B. Die Daten finden sich in dem Zusatzmaterial zum Review zum Zusatzmaterial (befindet sich ganz unten auf der Seite) .

Logik von diagnositschen Testen:

Diagnostische Teste, z.B. Schulterteste sollen Merkmalsträger (z.B. Personen mit Schulterdysfunktionen im Bereich des Glenohumeralgelenkes) von Personen mit einer Bizepssehnenläsion im Bereich des labrum glenoidale trennen (vgl. 2). Dabei kann der Test vier Arten von Ergebnis liefern:

  1.  Richtig-positiv (=Sensitivität)
  2.  Falsch-positiv
  3.  Richtig-negativ (= Spezifität)
  4. Falsch-negativ

Kein Test ist hundertprozentig, es gibt immer eine Falsch-positiv oder Falsch-negativ Rate (vgl.2,3).

Ein fiktives Berechnungsbeispiel:

Um die Sensitivität und Spezifität zu berechnen, muss eine Vierfeldertafel konstruiert werden, in die alle Untersuchungsergebnisse eingetragen werden.

Krank (z.B. Goldstandardtest [GT] positiv)          Nicht-Krank (GT negativ)  Summe

Test positiv                            105   (richtig-positiv)                                              35 (falsch-positv)           140

(z.B. Hawkinstest)

Test negativ                          50 (Falsch-negativ)                                               75 (richtig-negativ)         125

Summe                                 155                                                                             110                                      265

Berechnung Sensitivität:   h (positiv|krank) = 105/155 = 0,68

Berechnung Spezifität:      h (negativ|gesund)= 75/110 = 0,68

Interpretation Sensitivität: Von 155 Merkmalsträgern sind 68% von dem Test richtig erkannt worden. In Wahrheit liegt die Sensitivität für den Hawkins-Kennedy Test in der Metaanalyse bei  0,43 und zweimal 0,72. Die Bezugsmenge, der Grundanteil/die Summe der Personen mit einem subakromialen Impingement ist nicht bekannt. Dazu müsste in der Primärstudie recherchiert werden.

Wie hoch ist nun die Wahrscheinlichkeit für eine Person mit einem positiven Testergebnis tatsächlich ein subakromiales Impingement zu haben?

Um diese Frage zu Beantworten, muss mit dem Bayes-Theorem gerechnet werden (vgl. 2, 3, 4)

Literaturverzeichnis

(1) Wirtz,M. Nachtigall, Ch. Deskriptive Statistik. Statistische Methoden für Psychologen. Weinheim: Juventa Verlag; 2006.

(2) Fahrmeier, L. Künstler, R. Pigeot, I. Tutz, G. Statistik. Der Weg zur Datenanalyse. 7. Auflage. Heidelberg: Springer Verlag.

(3) Gigerenzer, G. Das Einmaleins der Skepsis. Über den richtigen Umgang mit Zahlen. 5. Auflage. Berlin: Berliner Taschenbuch Verlag; 2009.

(4) Lapin,L. Statisitcs. Meaning and Method. Harcourt Brace Jovanovich,Inc; 1975.